Hintergrund


ANORDNUNG NACH § 19 ABS. 3 ATG

Im September 2015 wurden die Nuklearkompetenzen des Forschungszentrums Jülich und der AVR GmbH am Standort Jülich in einer neuen Gesellschaft zusammengeführt. Die „Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH“ (JEN) ist seitdem verantwortlich für den weiteren Umgang mit den AVR-Brennelementen sowie den Rückbau des früheren AVR-Versuchsreaktors.
Die JEN lagert auf ihrem Gelände Kernbrennstoffe (bestrahlte kugelförmige Brennelemente, Moderator- und Absorberelemente aus dem AVR-Versuchskernkraftwerk).
Grundlage für die Lagerung war die bis zum 30.06.2013 befristete atomrechtliche Genehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom 17.06.1993 – ET 3.1 – 2.4, die erste Änderungsgenehmigung des BfS vom 27.04.1995 und die zweite Änderungsgenehmigung vom 07.07.2005.
Seit dem 01.07.2013 erfolgt die Aufbewahrung der AVR-Brennelemente im Rahmen von Anordnungen der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde nach § 19 Abs. 3 AtG. Da davon ausgegangen wurde, dass die beantragte Verlängerung der Aufbewahrungsgenehmigung nach § 6 AtG für das AVR-Behälterlager absehbar erwirkt werden kann, wurden die ersten beiden Anordnungen bis zum 31.12.2013 respektive bis 31.07.2014 befristet.
Vor dem Hintergrund der fehlenden Aufbewahrungsgenehmigung und der Erkenntnis, dass zumindest kurz- und mittelfristig nicht mit einer Erteilung der beantragten Genehmigung nach § 6 AtG für das AVR-Behälterlager zu rechnen ist, hat die atomrechtliche Aufsichtsbehörde am 02.07.2014 eine weitere atomrechtliche Anordnung nach § 19 Abs. 3 AtG erlassen, nach der die Kernbrennstoffe nun unverzüglich aus dem AVR-Behälterlager zu entfernen sind und der Verbleib der Kernbrennstoffe bei einem zum Besitz Berechtigten nach § 5 Abs. 1 S. 1 AtG sicherzustellen ist.

Pressemitteilung des Forschungszentrums Jülich

Pressemitteilung der Atomaufsicht NRW