Eine lange und herausfordernde Reise findet ihren Abschluss

Der Betonabbruch mit der Roboterspinne ist beendet.

 „Roboterspinne frisst sich durch die Reste eines umstrittenen Experiments“ - so titelte die Jülicher Zeitung im Juni 2019.

Im Oktober 2025 war es soweit: Die Roboterspinne erreichte die +10,0-m-Ebene der Betonstrukturen und erfüllte damit ihre Mission, sämtlichen Schwerstbeton sowie den potenziell aktivierten Bereich der Betonstrukturen vollständig zu entfernen.

Die „Roboterspinne“ – eine speziell für die anstehenden Projektaufgaben adaptierte Version eines konventionellen ferngesteuerten Abbruchroboters. Die Besonderheit: Beine statt des üblichen Raupenfahrwerks.

Nach rund fünf Jahren Abbruchtätigkeit erfolgten die letzten Schläge im Oktober 2025. Nach einem ausgiebigen Testbetrieb begann die Roboterspinne im August 2020 ihre Arbeit auf der +17,75-m-Ebene und arbeitete sich bis auf +10,0 m herunter. Neben dem hochbewährten Betonring auf +17,75 m meisterte sie den Balanceakt auf den rund 5,5 m hohen Betonsäulen ab +11,6 m sowie die Herausforderungen beim Entfernen des hochdichten Schwerstbetons (5,8 Mg/m³) innerhalb der Bodenkammern. Mehr noch: Neben den Betonstrukturen wurde auch die Schutzbehälterwand mit einem speziellen Anbauwerkzeug, dem sogenannten Tankschneider, vom Abbruchroboter zwischen +19,0 m und +11,6 m entfernt.

All diese Arbeiten fanden auf engstem Raum statt und erforderten von allen Beteiligten ein perfekt abgestimmtes Zusammenspiel von Maschinen, Material und Logistik.

Die Logistik zum Entsorgen des Betonbruchs → eine Herausforderung für sich

Der anfallende Betonbruch musste nicht nur aus der AVR-Anlage herausgebracht, sondern auch endlagergerecht verpackt werden. Hierzu wurde ein kompletter Entsorgungsprozess innerhalb der AVR-Anlage etabliert. Nachdem der mineralische Betonbruch und die metallischen Bewehrungseisen im Baustellenbereich händisch getrennt wurden, gelangte der Betonbruch über einen vertikal bis -0,3 m verlaufenden Schuttkanal in einen Stahlbehälter. Dafür kamen ferngesteuerte Mikrobagger zum Einsatz.

Im weiteren Verlauf erfolgte eine Nachkonditionierung, bei der der Betonbruch auf eine Korngröße von etwa 20 mm durch einen Backenbrecher zerkleinert wurde, bevor er in 200-l-Fässern verpackt wurde. Nach strahlenschutztechnischer Dokumentation wurden die gefüllten Fässer in ein endlagerfähiges Gebinde (einen sogenannten Konrad-Typ-IV-Container) verfüllt, das schließlich zur Hauptabteilung D verbracht wurde.

Ausblick:

Bevor die Roboterspinne in ihren wohlverdienten, wenn auch frühen Ruhestand verabschiedet wird, hat sie als letzte Aufgabe die Demontage der Schutzbehälterwand bis etwa 7,5 m vor sich. Anschließend wird sie durch den MTS-Kran über das Verschlusssystem 3a aus dem Schutzbehälter herausgehoben.

Im Hinblick auf die potenzielle Freigabefähigkeit der verbliebenen Betonstruktur wird diese – anders als ursprünglich geplant (Abbruch mittels Roboterspinne) – ab Mitte 2026 mittels Seilsägeverfahren in Betonblöcke mit einer Masse von rund 2,5 Mg zerlegt. Aktuell finden dafür Vorbereitungen wie die Installation eines Brückenkrans sowie erforderliche radiologische Untersuchungen statt.

Zum Projekt AVR-Hochtemperaturreaktor